Neunzig Schüsse an der Mauer

Der 11.11.1973 verändert auf drastische Weise das Leben einer Familie: Der Diplommineraloge Peter Müller hat mit seinen Kollegen zu intensiv den Faschingsbeginn gefeiert. Auf dem nächtlichen Heimweg verliert er die Orientierung und befindet sich plötzlich unweit der Berliner Mauer. Neunzig Schüsse werden auf ihn abgegeben, wobei keiner trifft. Er wird festgenommen, kommt nach einer Prozess-Serie infolge einer Amnestie frei. Es beginnt ein Kampf ums Überleben im „real existierenden Sozialismus“ der DDR für ihn und seine Familie, der mit der Ausreise in den freien Teil Deutschlands im Jahre 1976 endet. Die Autorin dieser spannenden, in Romanform geschriebenen Zeitdokumentation, erinnert sich an die gefahrvolle, nervenaufreibende und auch entwürdigende Zeit des Kampfes um Gerechtigkeit, in der von dem menschenverachtenden DDR-Regime aus einem entschuldbaren Vergehen ein Staatsverbrechen initiiert wurde. Anhand akribischer eigener Tagebuchaufzeichnungen aus jener Zeit schrieb sie mit diesem Buch ein aufschlussreiches Kapitel ostdeutscher Geschichte.

Datum:           Fr, 01.10.2010

Zeit:                19.00-20.30  Uhr

Autorin:         Petra Stähr