Grußwort (Burkhard Nauroth)

Zum 10-jährigen Jubiläum der Akademie Kues übermittle ich auch im Namen der Vorstandskollegen Thomas Thiel und Dr. Günter Merschbächer herzliche Grüße und Glück­wünsche. Die Akademie Kues steht unter dem Patronat des bedeutenden Priesters und Wissenschaftlers Nikolaus von Kues, der mit seiner Geburtsstadt Bernkastel-Kues seit mehr als 600 Jahren verbunden ist. Er wird als der bedeutendste Philosoph des 15. Jahrhunderts bezeichnet. 

 

Ganz in seinem Sinne bemühen sich heute haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Akademie Kues in den 10 Jahren des Bestehens auf christlichen Grundwerten basierend gesellschaftliche Auf­gaben zu übernehmen. Dass sich die Angebote der Akademie Kues schwerpunktmäßig an Menschen in der zweiten Lebenshälfte richten, entspricht einerseits einem aktuellen Trend, noch mehr aber gesellschaftspolitischen Notwen­digkeiten. Durch die veränderten Strukturen in unserer Gesellschaft treten heute Defizite zutage, die gerade unsere älteren Mitmenschen, denen wir eine ganz besondere Solidarität schulden, berühren.  

 

Hier bemüht sich die Akademie Kues durch lebensnahe und offene Angebote einen Beitrag zu leisten. Von aktiver Freizeitgestaltung über Bildungsangebote, Reisen bis zu künstlerischem Werken können fast alle Wünsche und Interessen berücksichtigt werden.

  

Diese Angebote werden in der Akademie Kues durch engagierte hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mit­arbeiter und einer großen Zahl ehrenamtlicher Mitarbeiter und Helfer erarbeitet. Ihnen allen möchte ich anlässlich dieses Jubiläums für ihre engagierte Arbeit und die wertvolle Unterstützung recht herzlich danken. Meinen Dank möchte ich mit einem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe verbinden:

  

„ Wenn du auf den Guten ruhst,

nimmer werd ich’s tadeln,

wenn du gar das Gute tust,

sieh, das soll dich adeln! „

 

Anlässlich der Jubiläumsveranstaltung freue ich mich auf anregende Gespräche und Begegnungen mit Gästen und Freunden.  

Grußwort (Beate Läsch-Weber / Landrätin)

Auf dem Gelände des St. Nikolaus-Hospitals in Kues, der einzigartigen Stiftung des großen Theologen und Universal­genies Cusanus, entstand im Jahre 1995 die Akademie Kues. 10 Jahre Akademie Kues - Seniorenakademie und Begeg­nungs­­stätte - seit 10 Jahren leistet die Einrichtung ganz im Geiste Nikolaus von Kues wertvolle Bildungsarbeit für Menschen im dritten Lebensalter.

 

„ Das Alter ist eine Zeit, in der wir viel machen und vor allem viel aus uns machen können.“ sagt die Schriftstellerin Elisabeth Steinmann. Ältere Men­schen bereichern mit ihrem Wissens- und Erfahrungs­schatz, mit ihrem Engagement, mit ihren Kompetenzen und Begabungen unsere Gesellschaft.

 

Dafür liefert die Akademie Kues den überzeugenden Beweis. Unter dem Motto „Senioren für Senioren“ arbeiten hier ältere Menschen an vielfältigen Angeboten zu neuem selbst bestimmten Lernen für ein Sinn erfülltes Miteinander und zur attraktiven Freizeitgestaltung.

 

Dank gilt der Caritas Trägergesellschaft Trier als Betriebs­trägerin sowie allen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitar­bei­­terinnen und Mitarbeitern der Akademie Kues für ihr wert­volles Engagement.

 

Ich freue mich darauf, am 10. Dezember 2005 mit Ihnen den 10. Geburtstag des Hauses zu feiern.

Grußwort (Ulf Hangert/ Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues)

Die Seniorenakademie und Begegnungsstätte Kues leistet einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung einer unserer größten gesellschaftspolitischen Herausforderungen. Jeder, der sich heute mit dem Phänomen des Alters befasst, stößt auf die Tatsache, dass nie zuvor in der Geschichte so viele Menschen eine so lange Spanne der ihnen von der Natur aus zustehenden Lebenszeit zu Ende leben konnten.

 

Nie zuvor konnte ein immer größer werdender Teil der Bevölkerung über so viele Jahre ohne jede Alterssorgen leben, von denen unsere Vorfahren dauernd geplagt waren. Medizi­nische und gesundheitspolitische Leistungen sowie in deren Folge neue Versorgungssysteme haben die Tatsache eines dritten und vierten Lebens hervorgebracht. Die Erfül­lung und Ausge­staltung dieser neuen Lebensabschnitte stellt eine große Herausforderung an unsere Gesellschaft dar.

 

Die am 6. Dezember 1995 eröffnete Akademie stellt eine Begegnungsstätte für Menschen jeglichen Alters, Rasse oder Religion dar. Die Zusammenarbeit mit Pfarreien, Verbänden und Vereinen ist vorbildlich. Die Akzeptanz in der Bevölkerung wird selbstredend durch ein attraktives und interessantes Programm geweckt. Auch die tatkräftige Mit­arbeit vieler ehrenamtlicher Kräfte trägt zur Identifi­kation mit der Bevölkerung bei.

 

Alle Mitbürger sind aufgerufen, der Seniorenakademie und Begegnungsstätte Kues einen Besuch abzustatten und sich vom interessanten Angebot zu überzeugen.

Grußwort (Wolfgang Port / Bürgermeister der Stadt Bernkastel-Kues)

Ein Alleinstellungsmerkmal, ja, wenn es nicht allzu über­trieben klingen würde, fast möchte ich sagen ein Juwel, besitzt Bernkastel-Kues seit zehn Jahren mit der Akademie Kues als Seniorenakademie und Begegnungsstätte. Auf historischem Grund und Boden, neben dem über 500 Jahre alten St. Nikolaus-Hospital, öffnet die Akademie sich täglich für jeden, mit ihren Angeboten an Vorträgen, hand­werk­lichen, musikalischen und künstlerischen Möglichkeiten oder einfach als Ort, wo man ungestört, wenn man denn will, Zeitung lesen oder aber sich gemütlich unterhalten kann.

 

Der Beschluss für die Akademie Anfang der neunziger Jahre war dem Stadtrat nicht so leicht gefallen. Aber die demo­grafische Entwicklung mit der Zunahme des Anteils älterer Menschen, die nach dem Berufsleben in ihrem nunmehr dritten Lebensabschnitt auch einen Kristal­lisationspunkt suchen, lässt den Baubeschluss heute geradezu als ein Akt vorauseilender Weisheit erscheinen. Wer daran zweifelt ist herzlich eingeladen, sich davon zu überzeugen.

Grußwort (Georg Moritz / Pfarrer von St. Briktius, Kues)

“Aus dem angeborenen Lichte des Denkens

erstreben wir nichts

und in der Bewegung des Denkens

suchen wir nichts

als allein die Sonne,

den Quell des Lichtes,

Jesus.“

 

(aus der Predigt des Nikolaus von Kues am Fest Erscheinung des Herrn,

06. Januar 1457 in Brixen)

 

 

Mit diesen Worten lässt sich treffend das Leitmotiv der vielsei­tigen Bildungsarbeit der Akademie Kues zusammen­fassen, die sich dem cusanischen Geist verpflich­tet weiß und ihn ausstrahlt, und das seit nunmehr zehn Jahren. Dazu möchte ich im Namen der Pfarrei St. Briktius, in deren Bezirk die Akademie liegt, danken und unsere Mitfreude ausdrücken.

 

Das Wirken der Akademie stellt eine Bereicherung für das pfarrliche Leben dar. Der Bereich Religion, Theologie und gelingendes Leben ist ein fester Programmbestandteil, ge­leitet vom Prinzip der Ökumene und der Toleranz: eine Kommu­nikation von Menschen auf der Suche nach dem „Quell des Lichtes“ – wenn das auch nicht immer bewusst ist – wird ermö­glicht. Im Laufe der Jahre hat sich eine rege Zusammen­arbeit zwischen Pfarrei und Akademie ent­wickelt. Pfarrliche Gruppen, z.B. Kolpingfamilie und Frauen­gemeinschaft sind regelmäßig zu Gast und schätzen die angenehme und freundliche Atmosphäre des Hauses – ein idealer Ort der Begegnung für ältere Menschen, die hier menschliche Zuwendung spüren in einer Welt draußen, die die Perfektion in den Vordergrund stellt. Das zeigt besonders sinnfällig die alljährliche Heilig-Abend-Feier für Menschen, die an diesem Tag allein sind.

 

Die gute Zusammenarbeit manifestiert sich in der jährlichen Cusanus-Festakademie, gemeinsam begangen von der Akademie, der Cusanus-Gesellschaft und der Pfarrei St. Briktius. Damit hat die Akademie eine Veranstaltung zur Bewahrung und Aktuali­sierung cusanischen Gedankengutes übernommen, die eine über 40-jährige Tradition in Kues hat.

 

Unser Dank geht an die Caritas Trä­ger­gesell­schaft Trier, an die Ka­tho­li­sche Er­wach­senen­bildung im Bistum Trier, an die Initia­toren für das Projekt unter Dr. Helmut Gestrich so­wie an die Leiterin Theresa Spies und ihr Team, die uns immer herzlich aufnehmen.

 

Für das weitere Wirken der Akademie Kues Gottes Segen!

Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum (Klaus Berg /Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer der Akademie Kues)

Der Verein der Freunde und Förderer der Akademie Kues e.V gratuliert der Akademie Kues zum 10 jährigen Bestehen. Sie hat die Grundsätze und Vorstellungen der Gründerväter in der zurückliegenden Zeit wirkungsvoll umgesetzt. Mit viel Mut und großen Anstrengungen hat sie ihren festen Platz in der Region eingenommen. Hierfür gebührt den bisher für die Leitung Verantwortlichen, deren Mitarbeitern und allen Helfern Lob und Anerkennung.

 

Möge ihr auch in Zukunft die befruchtende Neugierde erhalten bleiben und ihr die erforderliche Kraft immer innewohnen, alle Schwierigkeiten zu bestehen.

 

Der Vorstand des Vereins der Freunde und Förderer der Akademie Kues e.V und seine Mitglieder werden auch weiterhin die Erfolgsarbeit der Akademie Kues unterstützend begleiten.

Die Akademie Kues - Eine Vision (Dr. Helmut Gestrich / Ideengeber und Gründervater)

In unserer Zeit werden die meisten Menschen immer gesünder, immer älter. Waren es früher nach Beendigung des aktiven Berufslebens meist nur wenige Jahre die “im Ruhestand“ folgten, sind heute zehn, zwanzig oder 25 Jahre keine Seltenheit, die sich an die so genannte Pensionierung oder Verrentung anschließen. Man ist geneigt von einem „dritten Lebensabschnitt“ zu sprechen. Was machen die Menschen mit den geschenkten Jahren? Vielfach ist die Chance, im dritten Lebensabschnitt etwas Sinnvolles zu gestalten, noch nicht erkannt.

 

Hier setzt die Idee der Akademie Kues an. Die Menschen in dem geschenkten dritten Lebens­abschnitt sollen einen Ort erhalten, an dem sie sich in Gemein­schaft ent­falten kön­nen; nicht die passive Weiterbil­dung ist das Ziel. Viel­mehr sollen sich die Menschen mit ihren Fähigkeiten, Wünschen und Talenten einbringen. Sie sollen selbst geben und nehmen zugleich. Sie sollen wissen, dass an jenem Ort Gleichgesinnte warten, um das Gegebene zu empfangen und eigene Fähig­keiten weiterzu­geben. Der ältere Mensch soll am Beginn des Tages wissen, wen und was er am Tag und am Abend in der Akademie findet. Dass die Anglie­derung eines solchen Hauses an das St. Nikolaus-Hospital eine gute Sache ist, versteht sich von selbst. In Ergänzung des Auftrages, den der Kardinal seinem Hospital gab, soll die Akademie zur geistigen Heimat vieler Menschen werden.

Eine Vision wurde Wirklichkeit

Da stand sie nun im Herbst 1995: Die Akademie Kues – Seniorenakademie und Begegnungsstätte.

 

Unter dem Leitspruch: „Senioren für Senioren“ war sie als zeitgemäße Fortsetzung der Seniorenstiftung des Nikolaus von Kues angetreten. Ein beeindruckend schönes, neues Gebäude mit hellen und freundlichen Räumen galt es jetzt durch viele Ideen mit Leben zu füllen. Dies bedeutete eine große Herausforderung für das Akademieteam, der wir uns, gemeinsam mit engagierten und interessierten Partnern und Senioren gerne stellen wollten. Zusammen mit Helga Bohnet, Jean-Pierre Schneider und Hermann-Josef Esser entwickelten wir das heutige Konzept, mit dem die Akademie Kues diesem Anspruch Rechnung trägt. So sollten stets Bildung- und Freizeitgestaltung für ältere Menschen, die einem passiven Ruhestand entgegen treten möchten, angeboten werden. Eine aktive Generation, der die Akademie einen eigenen Raum und neue Perspektiven gegeben hat, wollte ihre Erfahrungen weitergeben. Die Akademie sollte ein Ort werden, an dem der Einzelne in der Begegnung mit anderen auch in seiner Lebenskraft und Selbständigkeit gestärkt wird. Sie bietet heute ein Dach für gemeinsame Aktivitäten und ihre Angebote sprechen auf vielfältige Weise Herz, Verstand und alle Sinne an.

 

Mit unserem „Initiativkreis“, der sich aus ehrenamtlichen Referentinnen und Referenten zusammensetzt, und der von Beginn an bis heute noch tätig ist, konnte die Arbeit beginnen. Die Senioren selbst stellen ihr Programm mit uns zusammen. Die Besonderheit in unserem Konzept liegt bis heute darin, dass ein „Ehrenamt“ auf breitester Basis möglich ist und auch praktiziert werden kann. Jede und jeder kann sich mit seinen besonderen Fähigkeiten und Anliegen und in dem von ihr und ihm selbst bestimmten Maß einbringen.

 

Mit den Jahren wuchs der Anspruch, aber auch die Motivation und das Engagement sowohl der aktiven Ehrenamtlichen als auch unserer Besucher. Sie identifizieren sich inzwischen längst mit „ihrer“ Einrichtung auch deshalb, weil sie hier eine sinnerfüllte Aufgabe zu meistern haben, bei der man sie ernst nimmt und in der sie Anerkennung und Bestätigung erfahren.

 

So zog sich während diesem erfolgreichen Jahrzehnt ein roter Faden durch alle Themenbe­reiche, die bei uns eine Heimat gefunden haben: Kunst und Kreatives, Musik, Theater, Literatur, Völker, Kult­uren, Sprachen, Gesundheit und Umwelt, Lebenspraxis, Philosophie, Theologie, Psychologie, Cusanus, Politik, Wirt­schaft, Recht und Soziales, Geschichte, Wissenschaft und Technik, Computer, Internet, Multimedia, Exkursionen sowie Feste und Feiern. Für die Wünsche der Senioren und aktuelle Ereignisse ist das Akademieprogramm immer offen geblieben und nimmt deshalb auch jährlich neue Men­schen und Themen auf, die unser An­ge­bot berei­chern.

 

Das umfang­reiche Ange­bot, bei dem die Begegnung und das Mit­ein­ander ein wichtiger Aspekt sind, konnte während dieser zehn Jahre nur durch die Mitwirkung und das stete Engagement unserer vielen Ehren­amtlichen Bestand haben und sich weiterentwickeln. Viele ereignis­reiche Veran­stal­tungen, die für Jung und Alt sowie für alle Religionen offen stehen, können wir ver­zeich­-nen: Be­­geg­nungs- und Infor­ma­tions­tage, einen Work­shop aus Baustahlresten und mit den abgeholzten Pappeln von un­serem Mosel­ufer, Backen mit der ältesten Kurs­teil­nehmerin, einer Bewohnerin des Altenheimes von 90 Jahren, der Dienstags-Dämmerschoppen, Spielenachmittage, Zeit­zeugen schrieben ihre Geschichte, Szenische Lesungen, französische Chansons, Chinesische Musik, jiddische Lieder und Feste, die Cusanus-Festakademie sowie im Cusanus-Jahr ein Fest­mahl nach Meister Eckard. Unsere wieder­kehrenden Gesprächskreise (auch in englischer Sprache), Unsere Zeitung, der Musizier- und Singkreis, das Internet-Cafe sowie Exkur­sionen sind in unserem Hause fest verankert.

 

Einen Namen haben wir uns auch mit unse­rer „Kunst-Galerie“ ge­schaf­fen, denn nationale und internationale Künstler haben bei uns beeindruckende Werke ausgestellt. Darüber hinaus pflegen wir eine gute Zusammenarbeit mit kommunalen Institutionen, den evangelischen und katho­lischen Pfarreien, der Katholischen Erwachsenen­bildung im Bistum Trier, der Cusanus-Gesellschaft, dem Emil-Frank-Institut Wittlich, Vereinen und Verbänden u.v.m.

 

Wir sind Mitglied in de r Arbeitsgemeinschaft Land­kreis­Aktiv sowie der Alten­pastoral im Bistum Trier. So konnten wir zu verschie­densten Anlässen auch Persön­lich­keiten des öffent­lichen Lebens, aus Kirche, Politik und Gesellschaft bei uns begrüßen. Internationale Partner­schaften verbinden uns mit Verdun und Luxemburg. Aber nicht nur zu unse­ren eigenen Veran­staltungen wird die Akademie ge­nutzt. Als Tagungshaus am idyl­lischen Moselufer in ruhi­ger Lage und mit guter Atmo­sphäre durften wir sogar schon Grup­pen aus Liechten­stein begrüßen.

 

Die Akademie Kues kann eine positive Bilanz aufweisen - vielleicht auch deshalb, weil der Geist des großen Cusanus mit in ihrer Idee und Geschichte steckt. Für viele Menschen jedenfalls ist sie deshalb ein Erfolg, weil sie hier gute Zeiten in einer Gemeinschaft mit anderen interessierten und enga­gierten älteren Menschen finden.

 

Das Jahrzehnt ist Grund zur Freude und ein Anlass, allen zu danken, die uns während dieser Zeit unterstützt, bei unserer caritativen Aufgabe begleitet, über uns berichtet sowie sich für uns eingesetzt haben.

 

Ein Dank gebührt den Mitarbeiterinnen Anita Beucher, Marlene Stützel, Monika Ludwig, Claudia Bollig, unserem Hausmeister Benno Haes sowie unseren Zivildienst­leis­ten­den, die durch ihren unermüdlichen Einsatz ebenfalls die Akademiearbeit mitgetragen haben.

 

Ich möchte Sie einladen, sich von den Berichten und Bildern, die die Verantwortlichen, Referenten und Teilnehmer in dieser Broschüre zusammengetragen haben, zum Mitmachen oder zum Besuch unserer Veranstaltungen animieren zu lassen. Wir brauchen Sie und Ihre Ideen!

Ein "Anfang" im Rückblick (Gerhard Lenssen / Mitglied des Initiativkreises)

Wie immer: der Erfolg hat viele Väter. Am Anfang stand die Idee. Der damalige Landrat Dr. Helmut Gestrich versuchte jahre­lang das Land und die Kommunen für eine Seniorenakademie in Bernkastel-Kues zu enga­gieren. Die Menschen werden immer älter und es ist sicherlich fruchtbar – insbesondere für nach­kommende Generationen – die große Lebenser­fahrung und das berufliche Kapital der alten Generation jungen Menschen zu vermitteln. Die meisten Senioren haben weiterhin genug Energie und damit auch ein Bedürfnis, ihrem Leben neue Inhalte zu geben. Einsicht und Bereitschaft allein reichen allerdings nicht aus, vor allem die üblichen finanziellen Hürden schienen auch hier zunächst unüberwindbar.

 

Dann aber kam die frohe Botschaft, dass das Land sich mit der Hälfte der Kosten beteiligen würde. Damit war schon einmal einer der schwersten Stei­ne aus dem Weg geräumt. Nach Erweiterung des Konzeptes zur Begegnungsstätte, nach Zustimmung des St. Nikolaus - Hospitals in Erbpacht einen Bauplatz anzu­mieten und nicht zuletzt der Bereitschaft der CTT die Betriebsträgerschaft zu übernehmen, fand sich Stadt und Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues bereit, ein Viertel der Baukosten zu übernehmen und das letzte Viertel per Kredit abzudecken.

 

So trat die Akademie Kues - Seniorenakademie und Begeg­nungs­stätte - 1995 ins Leben; gelegen direkt am Ufer mit Blick auf das wunderbare Panorama der Altstadt Bernkastel, dem Turm der Michaels­kir­che und dem lebhaften Schiffs­verkehr auf der Mosel. Wie hat sich das Haus in den zehn Jahren ent­wickelt! Nach anfäng­licher Anlauf­schwie­rigkeit ist die­ses Haus ein Treffpunkt für Menschen mit den unter­schiedlichsten Interessen, den verschiedensten Bedürfnissen des geistigen und alltäglichen Lebens für Jung und Alt geworden.

 

Es lebt vom Engagement seiner Besucher, die sich schon nach kurzer Zeit nicht mehr als Besucher sondern als legitime dazu­ge­hörige Haus­ge­nos­sen fühlen. Dieses findet Aus­­­druck in den halbjährigen Pro­grammen, die mit viel Auf­merk­samkeit vom Team der Akademie nach vorher­gehenden Gesprächen mit dem Initiativkreis, der sich aus interessierten Bürgerinnen und Bürgern zusammensetzt, aufge­stellt wird. Vorträge, Veranstaltungen und Tagesfahr­ten führen immer wieder Menschen zusammen. Kaum ein Thema, das nicht seine Liebhaber findet. Manche kommen nur, um ein bisschen in Zeitungen zu stöbern und dabei ihre fundierten Meinungen miteinander auszutauschen, andere wiederum bevor­zugen die regelmäßig laufenden Gruppen zu Fremd­sprachen, Musizieren, Gymnastik oder nutzen die sich ständig erweitern­­den Möglichkeiten des Internet. Alljährlich bietet die Akademie mehrere Vernissagen von Bildern, die Künstler aus der nächsten Heimat wie aus fernen Ländern geschaffen haben. Und wer die Vernissage verpasst, kann sich immer noch in den darauf­folgenden Wochen ohne Hast, ungestört und ohne Anmeldung in die Werke vertiefen.

 

Als einer von vielen, als einer, dem die Akademie Kues ein ganz wesentlicher Teil seines dritten Lebensabschnittes geworden ist, möchte ich zum Schluss eines nicht unter­drücken: ganz wesent­lich wird der Geist und das Funktionieren des Hauses durch Theresa Spies bestimmt, die seit 1995 mit ihrer freundlichen Tatkraft Goethes Wort Wirklichkeit werden lässt: „Greift nur hinein ins volle Menschenleben, und wo Ihr`s packt, da ist es interessant.“

Unsere Sprachkurse (Herbert Kreber / Teacher/Professeur)

Bei den Besuchern der Akademie wurde der Wunsch nach Sprachkursen laut. Die Leitung sammelte Interessenten und überlegte, welche Sprache anzubieten sei. Natürlich kam nur Englisch in Frage: Englisch ist die Sprache, die die Welt spricht. Englisch ist leicht zu lernen, sagt man.

 

Dann endlich, am 4. Februar 1998, startete der 1. Kurs: English for beginners. Zehn Teilnehmer präsentierten sich. Das Unter­neh­men konnte beginnen. Die Motivation der Damen und Herren war sehr unter­schiedlich: einige wollten ihren englischsprachigen Gästen mehr als nur „hello“ sagen können, andere mochten sich auf ihren Reisen besser zurechtfinden, die Leute verstehen, Wünsche äußern. Ent­sprechend stellte ich an den Beginn einige frei formulierte Basiskapitel: Danken, Tageszeit, Namen, Fragen nach wer, wo, wann, Wünsche äußern, Abfahrt und Ankunft, im Hotel, Speisen und Getränke, Transport u.v.m. Es stellte sich heraus, dass man natürlich Strukturen (Gram­matik) bereit haben muss. Wir führten ein Lehrbuch ein.

 

Auch und ge­rade Erwach­se­nen fällt das Ler­nen schwer. Je­doch gerade für den altern­den Men­schen ist Gehirn­training äußerst wichtig. In unseren Kur­sen wird dies geleistet. Dies alles soll nicht heißen, dass bei uns eine verbissene Arbeitsatmosphäre herrschte, ganz im Gegenteil. Die Stimmung war gelockert, es herrschte Freude über noch so kleine Erfolge und Fortschritte. Im Herbst dieses Jahres waren meine Anfänger bereits Fortgeschrittene, neue kamen hinzu, ein neuer Anfängerkurs begann. Es hatte sich herumgesprochen, dass man in der Akademie Kues in geselliger Runde gut lernen konnte. Die Anfänger waren nun die Fortgeschrittenen. Bemerkenswert ist, dass in diesem Kurs Teilnehmer sind, die als Anfänger ohne Vorkenntnisse begonnen haben. Und immer wieder kommen neue aus den jeweiligen Anfängerkursen hinzu. Wenn das nicht eine Erfolgsstory ist! Es soll auch nicht verschwiegen werden, dass es immer wieder Personen gibt, die ihre Bemühungen einstellen, aus welchen Grün­­den auch immer. Aber Englisch ist nicht die einzige Sprache, die in der Akademie an­geboten wird.

 

Im zweiten Halb­jahr 2000 wurde auf viel­fachen Wunsch ein Französisch­kurs für fort­geschrit­tene Anfänger angeboten, d.h. für Interessenten, die früher einmal Französisch gelernt hatten und ihre eingeschlafenen Kenntnisse wieder reak­tivieren wollten. Die Resonanz war sehr gut, mit der Folge, dass dieser Kurs bis zur Gegenwart weiter besteht.

 

Seit diesem Semester nun hat sich ein neuer Kurs etabliert: Französisch für Anfänger. Acht motivierte Damen und Herren, in der Mehrheit ohne jegliche Vorkenntnisse, wollen die Sprache unserer Nachbarn erlernen. Wir stehen wieder am Anfang und aller Anfang ist schwer, wie jedermann weiß. Wir alle sind zuversichtlich, dass bei entspannter Arbeits­atmosphäre der Erfolg nicht ausbleiben wird. A la bonheur!

 

Die Akademie Kues lebt, wie Sie sehen, auch im zehnten Jahr ihres Bestehens. Sie ist in der Tat eine Bereicherung für Jung und Alt, sie ist aus dem Leben vieler unserer Mitbürger einfach nicht mehr wegzudenken.

 

Unser Geburtstagswunsch: Ad multos annos.

Französische Literatur sollte nicht fehlen (Geneviève Schwartz / Professeur)

Von Anfang an hat sich eine kleine Gruppe von Frankophilen aus verschie­denen Berufsrichtungen gebildet. Ohne Schul­zwang ermöglicht der Sprach­­kurs den Austausch der persön­lichen Erfahrungen in der Fremdsprache und erweckt das Interesse für Land und Kultur.

 

Viele Themen wurden behandelt, Chansons gehört und gelesen sowie literarische Texte gelesen und über aktuelle Brennpunkte debattiert. Die Gruppe bleibt offen für Jung und Alt, auch wenn die meisten im Rentenalter sind. So hat die Akademie als Be­gegnungsstätte ihre Aufgabe voll erfüllt.

 

Die „joie de vivre“ (Lebensfreude) prägt den Kurs, so dass die französische Küche als Abschluss nie vergessen wird und wir sogar eine gemeinsame Reise nach Reims gewagt haben.

 

Ein „ merci“ an alle Teilnehmer und an die Akademie Kues, die solche Aktivitäten ermöglicht.

10 Jahre Akademie Kues – neun Jahre „Unsere Zeitung“

Es begann im September 1996, weil Idealisten an die Gründung einer hausinter­nen Zeitung dach­ten. Diese hätte es nicht gegeben, wenn nicht unsere geschätzte Rosemarie Bungarten (†) ihren Wunsch durchge­setzt hätte, ihre Geschichten veröffentlichen zu lassen.

 

Aus kleinsten Anfängen entwickelte sich „Unsere Zeitung“ wie sie sich heute präsentiert. Schon bald entstand ein Redaktions­team, das sich wöchentlich trifft. Nun gab es ein Forum für alle, die mit Leidenschaft schreiben wollten. Dass sich unsere Leser besinnlich frohe Stunden beim Lesen machen, das ist heute noch unser Wunsch. Vieles geriete in Vergessenheit, würde es nicht von Zeitzeugen aufge­schrieben. Wir wissen, dass „Unsere Zeitung“ im Kreisarchiv in Wittlich aufbewahrt wird und so späteren Generationen zum Lesen zur Verfügung steht.

 

Ich gesellte mich ab Ausgabe sieben zur Redaktion und begann mit einem drei Zeilen Gedicht. So viel Freude wie mir das Schreiben bereitet, wünsche ich unseren Lesern bei der Lektüre unserer in einigen hundert Exemplaren ver­schenkten Zeitung.

 

Margarete Krieger

 

 

 

 

Seit der zweiten Ausgabe bin ich dabei und freue mich immer wieder, mehr oder weniger lustige Geschichten zu schreiben; oft mit hintergrün­digem Humor und spitzer Feder. In den ersten Jahren bin ich zum Beispiel mit „Pauline zur Sache“ öfter ins Fettnäpfchen getreten, weil doch getroffene Hunde meistens bellen. Ich musste mir mahnende Worte anhören, und versuchte fortan, anständig und brav zu schreiben. Nicht immer zu meiner Zufrie­den­heit.

 

Pau­line Müller

 

 

 

Eigentlich bin ich nur aus rei­ner Vorwit­zig­keit zu der mor­gendlichen Redaktions­sit­zung gestoßen. Eine dort teilneh­mende Schreiberin hat­­te mein In­ter­esse ge­weckt und Zeit hatte ich mehr als reichlich. So brachte ich bald kleinere Beiträge mit, die von allen akzeptiert und auch gedruckt wurden. Ich freue mich von Woche zu Woche auf die menschlichen Begegnungen und die Bereicherung meines „Witwer-Daseins“.

 

Herbert Grabarz

 

 

 

Meine Zeitungskarriere begann mit Ausgabe acht im April 1997. Meine Frau Margarethe meinte, ich solle mal mit­kommen und die ClipArts (vorgefertigte Com­puter­bildchen) durch hand­gemachte, zu den Texten passende Zeichnungen ersetzen. Dann bekam ich Lust, auch selbst etwas zu schreiben. Ich sammele die Texte meiner Mit­streiter, die jetzt fast alle computerkundig geworden sind und versehe sie teilweise mit lustigen Zeich­nungen. Der Betreuer der akademischen Internetseiten erhält den Zeitungstext per e-Mail, um ihn über die Homepage auch im fernen Afrika und in Singapur les- und ausdruckbar zu machen.

 

Rolf Krieger

 

 

 

Im Februar 1998 zur 16. Ausgabe kam ich zu den Zeitungsmachern. Ich erfreute die Leserschaft hauptsächlich mit Geschichten über Kinder als Tante Lie und Frau Klein.

 

Dann zog ich fort aus Enkirch, wieder in meine Heimat Oberhausen. Doch „Unserer Zeitung“ blieb ich treu. Jeden Monat schicke ich eine e-Mail mit einem neuen Text. Solange es mir möglich ist, möchte ich weiterhin dabei bleiben, wenn auch aus der Ferne.

 

Mia Riemert

 

 

 

Ende 1998 wur­de ich wohl­wol­lend in das Re­dak­­tions­team auf­­genommen. In der 26. Aus­gabe vom De­zem­ber 1998 er­schien mein er­ster Bei­trag. Im­mer wieder kom­­me ich gerne zu den Redak­tions­treffen und freue mich, dass unsere Aus-gaben leben­dig und ab­wechs­lungs­reich gestal­tet sind und von vielen Menschen gerne gelesen werden. Unserer Zei­tung Wünsche ich noch ein „langes Leben“ mit vielen guten Artikeln.

 

Christine Tillmann

 

 

 

Donnerstags nehme ich mein Fahrrad und dies im dritten Jahr. Die Fahrt zur Akademie steht an, um dort in großer Harmonie mit Leuten zu diskutieren und zu kommunizieren. Das Produkt „Unsere Zeitung“ entsteht - in Anlehnung an den Ausspruch von Antoine de Saint-Exupéry:

 

„Wenn du ein Schiff baust,

rufe die Menschen nicht nur zusammen

um Holz zu sammeln,

sondern lehre sie die Sehnsucht

nach den Weiten dieser Erde.“

 

Hoffen wir, dass diese Sehnsucht noch vielen Leuten durch die Zeitung erweckt wird.

 

Norbert Weber

 

 

 

Ich bin das jüngste Mit­glied nach Zu­gehörigkeit und Alter. Da meine Freizeit sehr begrenzt ist, kann ich oft nicht akti­ver am Leben „Unserer Zeitung“ teilnehmen. Es macht mir dennoch große Freude, hier mit Geschichten und Gedichten etwas beizutragen - die Leser zu erfreuen.

 

Jutta Federkeil

 

 

 

Allzu Menschliches mit Humor umschrieben, scheinbar Banales an Bedeutung gewinnen lassen, eigene Erlebnisse heiter oder ernst in Worte kleiden spielerisch mit Worten nach Sinn oder Unsinn Ausschau halten, je nach Wortwahl leise oder schrille Töne anklingen lassen.

 

Das alles und noch mehr ist möglich beim Schreiben.

Und geschieht das in einer Gruppe Gleichgesinnter, ist es eine tolle Sache.

Und wenn gar bei jeder neuen Ausgabe „Unsre Zeitung“ das frohe Gefühl entsteht, einen bescheidenen Beitrag geleistet zu haben, finde ich das große Klasse!!!

 

Marlene Kress

 

 

 

Bilder

 

Menschen von uns gegangen

Schauen uns an aus dem Rahmen heraus

Sind plötzlich wieder so nah

Ihre Hand

Ihr Blick

Gehen leise durchs Zimmer

Da und dort etwas ordnend

Und wir spüren

Sie gehören immer noch zu uns

 

Bettina Schmahy

Erinnerungen an fünf Jahre Erzählkreis (Therese Schäfer)

Am Nachmittag des 6. Juni dieses Jahres traf sich unser Erzählkreis „Erlebte Geschichte“ zum letzten Mal in der Akademie Kues. Um der Wehmut des Abschieds nicht zu viel Raum zu lassen, stand unsere letzte Zusammenkunft unter dem Motto: Erlebte Schwänke und Begebenheiten. So gaben wir unsere lustigen Geschichten zum besten, die teils erzählt, teils vorgelesen wurden. Wir verbrachten noch einmal schöne Stunden miteinander in fröhlicher Stimmung. Fast fünf Jahre lang hatten wir uns regelmäßig unter der Regie von Claudia Schmitt im Kreisarchiv ge­troffen, um unsere Ge­schichten und Erlebnisse zu erzählen. Die Initiative, den Erzählkreis „Erlebte Geschichte“ ins Leben zu rufen, kam gemeinsam von der Akademie Kues und dem Kreisarchiv Wittlich. Älteren Menschen wurde die Möglichkeit geboten, ihre eigenen Erlebnisse in den bewegten Zeitläufen der jüngsten Vergangenheit zu berichten, um sie für die Zukunft vor dem Vergessen zu bewahren. Am 30. Oktober 2000 trafen wir uns im Kreisarchiv Wittlich zum ersten Mal und waren eine Runde von acht Personen. Nun begann das große Erzählen und bei unseren regel­mäßigen Treffen gesell­ten sich ge­le­gentlich neue Teilnehmer da­zu. Bilder der Ver­gangen-heit wur­den heraufbe­schworen, das einfache und bescheidene Dorfleben unserer Kindertage geschildert, einer Welt, die nicht mehr existiert. Bald lernten wir uns näher kennen und freuten uns auf jede Zusammenkunft, auf die wir uns mit neuen Beiträgen gut vorbereiteten. Einen großen Raum nahm die Welt­katastrophe des Zweiten Weltkrieges ein, von dessen schlimmen Fol­gen wir alle be­troffen waren. Besonders be­eindruckend waren die er­schüt­tern­den Berichte unse­res verehrten Nestors, Karl Musseleck aus Wittlich, der als Kriegsgefangener in polnischen Bergwerken Schlimmes ertragen musste. Auch die große Not der Nachkriegs­jahre wurde in unseren Erzählungen wiedergegeben. Dabei wurden aus der Hamsterzeit durchaus auch heitere Episoden geschildert, wie die Menschen aus der damaligen Not eine Tugend machten und sich gewitzt zu helfen wussten. Darstellungen, wie wir die Zeit des Wiederaufbaus mit­erlebten und es uns allmählich besser ging, ehe die Jahrzehnte des Wohlstandes folgten, beendeten unsere Berichte. Nach drei Jahren hatten wir so viele Geschichten gemeinsam gesammelt, dass der Plan von Claudia Schmitt, sie in Buchform zu veröffent­lichen, realisiert werden konnte.

 

Am Nachmittag des ersten Adventsonntages 2000 stellten wir in einer schönen Feier unsere Sammlung in der Akademie der Öffentlichkeit vor. Verwandte, Freunde und alle Inter­essierten waren eingeladen. Es kamen zu unserer Freude so viele Leute, dass immer wieder Stühle dazu gestellt werden mussten. Alle Autorinnen und Autoren gaben Kost­proben von ihren Aufzeich­nungen, die mit viel Beifall aufgenommen wurden. Das war für uns der schönste Lohn. Zunächst wurden nur 80 Bücher gedruckt, erfreulicherweise war jedoch die Nachf­rage so groß, dass im Ganzen 350 Bücher verkauft wurden. Das vom Erzählkreis gemeinsam geschriebene Buch trägt den Titel: „Als wir jung waren“

 

Wir wollen mit unseren Erinnerungen und Erzählungen späteren Generationen einen kleinen Einblick vermitteln in die vergangene Welt unserer jungen Jahre.

Gedanken zur Arbeit der Akademie Kues (Klaus Erfurt / Kursleiter)

Die Akademie Kues blickt heuer auf ihr 10-jähriges Bestehen zurück und sie hat allen Anlass, dieses Jubiläum auch gebührend zu feiern. Wenn ich von der Akademie Kues spreche, so meine ich damit eine offene Gemeinschaft von Menschen, die sich mit dem Leben und der Arbeit in der Akademie aktiv, fördernd oder teilnehmend verbunden fühlen. Und das sind – gottlob – aufs Ganze gesehen nicht wenige. Darüber hinaus wirkt jeder aus dieser Gemeinschaft unversehens auch immer als Botschafter in weiteren Kreisen. Dass diese Gemeinschaft durchaus lebendig ist, erfahren wir immer wieder an der Resonanz, die bei vielen Veran­staltungen anregend und verbindend wirkt.

 

Von der Akademie Kues zu sprechen, heißt rückblickend auch zu danken. Wir als Gemeinschaft haben zunächst denen zu danken, die die Idee einer solchen Bildungseinrichtung fassten und jenen, die sie tat- und finanzkräftig mit umsetzen halfen. Weiters ist den Menschen Anerkennung und Dank auszusprechen, die Bauwerk und Institution im ersten Dezennium mit Leben erfüllt haben. In einer Zeit des sich absolu­tierenden Kosten-Nutzen-Kalküls kann mit dem abzustatten­den Dank das Geschaffene und das zu Leistende nicht ausreichend entgolten sein. Die Akademie - also unsere Gemeinschaft – muss sich fragen lassen, was die Gesellschaft von uns als Gegenleistung erwarten darf. Nachdem wir innerhalb eines großzügigen Rahmens uns der für die menschliche Kultur so essentiellen Zweckfreiheit erfreuen können, sollten wir auch zu unserer Selbstvergewisserung herausfinden, worauf diese Leistung beruhen kann.

 

Das sind überwiegend die Fähigkeiten und Potentiale der Menschen in der Akademie-Gemeinschaft, die von der Leitung mit Hingabe und Können zu einer Leistung, wie sie sich im jeweiligen Programm repräsentiert, verbunden werden. Das Thematische ergibt sich sinnfällig aus den Nöten und Besorgnissen der Menschen in einer von Konsum- und Medienzwängen geprägten und ansonsten kulturell eher orientierungslosen Gesellschaft. Wir stehen ganz einfach in der Pflicht unserer besonderen eigenen Freiheit der Öffentlichkeit keinen Abklatsch des etablierten Kultur- und Wissensbetriebes zu liefern, sondern Zeugnisse originaler Kultur. Dabei kommt uns der Reichtum unserer „Überalterung“ zu Gute: Lebenserfahrung und die Unab­hängigkeit im Denken und Handeln.

 

Gerade die besondere Atmosphäre und Zusammensetzung der Akademie Kues kann als fruchtbar für Ideenwachstum angesehen werden, weil wir vom Vortragen und Unterrichten zum Aufrichten übergehen und sozusagen Ateliers für Lebenskunst begründen, in denen Erwachsene das tun können, was sie wirklich wollen. Am Ausgang der industriellen Moderne wird ein solcher Bildungsansatz für immer mehr Bürger von lebensentscheidender Bedeutung sein, nämlich selbst etwas zu wollen. Diese Impulse, bei Menschen gleich welcher Altersstufe, auszulösen und fruchtbar werden zu lassen, ist Ziel und Inhalt unserer Bildungsidee. Damit wäre auch ein Ausweg aus der allgemeinen Ratlosigkeit in Politik und Gesellschaft und der Sackgasse der ersten Moderne aufgezeigt. Wobei zum richtigen Leben eben auch die Transzendenz und die Rückbindung – religio – gehört, deren Aspekte immer wieder zu unserem Themenkreis gehören. Für unser ganzes Arbeitsfeld werden wir guten Rat, wie auch Trost, bei unserem spiritus rector, Nicolaus von Kues, finden können:

 

„Gott der Schöpfer, dessen was wirklich ist, Mensch der Schöpfer, dessen was begrifflich ist und der Kunst es sprachlich zu formen.“

Singen aus Spass an der Freude (Helmut Deutschewitz / Singkreisleiter)

Unter diesem Motto haben wir im Feb. 2002 mit 4 Sopran- und 3 Altstimmen begonnen und haben inzwischen eine Stärke von 16 Sängerinnen und Sängern. Alle sind mit Begeisterung dabei und unser Repertoire begeistert als Hauschor nicht nur die Akademiegäste, sondern auch die Menschen im Cusanusstift und in anderen Alten­pflegeheimen in der Nähe. Wir laden alle mit guter Stimme und Freude am Gesang zum Mitsingen ein.

Der Musizierkreis (Wolfgang Lichter / Musizierkreisleiter)

Der Musizierkreis wurde im Jahre 1996 ins Leben gerufen. Er ist ein Angebot an alle, die einmal ein Instrument erlernt und Spaß am gemeinsamen Musizieren haben. So hat sich denn auch ein Kreis von älteren und jüngeren Instru­mentalisten zusammen gefunden, der sich alle vierzehn Tage trifft. Dabei gab es in der Anfangs­phase zunächst Schwie­rigkeiten, denn der Leiter ging mit der Absicht an das Projekt, jeden, der mit irgendeinem Instrument kam, zu integrieren. Das erwies sich sehr schnell als nicht sinnvoll, denn die Möglichkeiten und Erwartungen der Ein­zel­nen waren zu unterschiedlich. 

Doch dann fand sich ein homo­gener Kreis zu­sam­men, der sich ständig erweiter­te, so dass die Be­­set­zung zur Zeit aus 8 Vio­linen, 1 Vio­la, 2 Violoncelli, 1 Kontra­bass, 4 Flöten, 1 Fagott und zwei Klavierspielern besteht. Die Spieler­/Spielerinnen kommen aus dem Bereich Bernkastel-Kues, aus Traben-Trarbach sowie dem Bereich Wittlich. Der Schwer­punkt der Literatur liegt in der Barockmusik. Aber auch Mu­­sik der Re­naissance, der frühen Klas­sik und jün­ger­er Zeiten wird musiziert. Im Vordergrund steht nicht das Einüben von Musik­stücken zum Zwecke der Vor­führung, sondern das eigene Musizieren. Das unterscheidet den Musizierkreis von einem Musik­verein. Den­noch präsentiert sich der Musizierkreis biswei­len vor Zuhörern. So ist er Mitgestalter der alljährlichen Cusa­nus­-Festakademie, aber auch auswärtige Auftritte hat er zu verzeichnen, wie in den Hochwaldkliniken in Weiskirchen und vor kurzem bei der Eröff­nung der Fotoausstellung „Unruhe­stand“ in der Kreis­verwaltung in Wittlich. Die Komponisten der Vergangenheit und Gegenwart haben eine solche Fülle an Musik kom­poniert, dass sich auch in Zukunft manches Musikstück finden wird, das auf den Notenpulten der Musizierenden ausgelegt und zur Freude aller erklingen wird.

Kreative Variationen (Angelika Tettay / Kursteilnehmerin)

Als sich die Akademie Kues vor zehn Jahren der Öffentlichkeit vorstellte, war ich noch im vollen Berufsalltag eingespannt und fühlte mich nicht so recht ange­sprochen. Schon bald ent­deckte ich aber an­regende und in­teres­san­te Ange­bo­te des Pro­gramms, auch in den Abend­stun­den. Be­son­ders in­ter­es­sierte ich mich für künst­lerische Akti­vi­täten und buchte zunächst einmal versuchs­weise einen kunstgeschichtlich orientierten Kurs von Christa Mihm-Lantin, der mir dann so gut gefiel, dass ich seitdem regel­mäßig dabei bin.

Wir sind in­zwischen eine kleine „Stamm­mann­schaft“ mit zwar nur einem Mann und sonst weiblichen Mit­glie­dern, zu der jeweils auch neue Teil­nehmer/innen stoßen, die mit uns eifrig und be­geistert sich anre­gen lassen zu eigenen „Kreationen“ und nebenbei eine Menge Neues aus der Geschichte der bilden­den Kunst hören und sehen.

 

 

 

Wir haben uns in den letzten Jahren mit verschiedensten Themen und Techniken beschäftigt. Zwar überwiegend gezeichnet mit Kohle, Kreide, Graphit, Bleistift und gemalt mit Acryl- und Deckfarbe, aber auch den Holzschnitt erprobt. Länger beschäftigt haben wir uns mit den europäischen Künstlern des vergangenen Jahrhunderts, aber auch älteren Stilrichtungen, bis hin zur mittelalterlichen und asiatischen Kunst. Es ist immer wieder eine Freude, auch selbst etwas Neues zu gestalten, und dies mit Anderen zu tun, ist sehr erfreulich.

 

Akademie-Tours (Roswitha Sahler / Mitreisende)

Zehn Jahre Akademie bedeuten auch zehn Jahre Akademie-Tours. Die erste Reise führte zwei Tage nach Baden-Baden. Dieser Reise folgten etliche Städtetouren z.B. nach Freiburg, Würzburg und Berlin, um nur einige zu nen­nen. Außer die­sen Mehrtages­touren gab es auch viele hei­mat­kundliche Ta­gesfahrten in die nähere Um­ge­bung.

Springiers­bach, die Abtei Himmerod, die Maare, Eifel und Hunsrück sowie der Rhein standen auf dem Programm. Auch die Fahrten in das benachbarte Ausland mit seinen Kulturgütern wie z. B. in die Städte Metz, Nancy, Reims und Luxemburg oder zu den Gedenkstätten in Verdun fanden bei den Teilneh­mern viel Be­achtung. Ein ganz be­­son­der­er Hö­he­punkt wur­de 2003 die 14-tägige Rei­se auf dem Ja­kobs­­weg nach Santiago de Compostela, die mir und den anderen Mit­rei­senden un­ver­ges­sen blei­ben wird.  

Aber nicht nur die Reise nach Santiago, son­dern auch an­dere Reisen mit der Akademie waren für mich von Bedeutung. Egal, ob es sich um eine kleine oder größere Reise handelte, die Fahrten waren immer liebevoll bis ins Detail aus­gearbeitet.

Herr Esser, Frau Spies und ihre Mitarbeiter waren immer bemüht, die Exkursionen zu einem unvergesslichen Erlebnis werden zu lassen. Die Reisegruppen waren übersichtlich, ca. 30 – 35 Personen, so dass man schnell zu einer Gemein­schaft zusammenfand und sich eine familiäre Atmosphäre einstellte. Neben Stadt-, Kirchen- oder Museumsführungen, verblieb immer auch noch genügend Zeit zur freien Gestaltung. Auch die kleinen liebevollen Details wie Croissants oder Rosinen­brötchen unterwegs, ein Schokolädchen zwischen­durch oder eine Santiagotorte zum Abschied machten die Reisen mit der Akademie zu einem besonderen Erlebnis.

Man darf gespannt sein auf neue Ziele, die noch in Vorbereitung sind. Für die Zukunft kann ich nur hoffen, dass ich nicht einmal durch mein eigenes Versehen auf der Warteliste lande.

Der wöchentliche Spiele­nachmittag (Felix Ehses / Mitspieler)

Die Senioren- und Begegnungsstätte unsere Akademie in Bernkastel-Kues, feiert in diesem Jahr ihr 10jähriges Bestehen.

Wir wollen dieses Jubiläum auch mit einem Fest gebührend begehen.

Hier finden Tagungen, Seminare und Veranstaltungen statt,

 auch besonders zu erwähnen den Spielenachmittag

am Freitag, der einen festen Bestandteil hier hat.

Johanna, unsere älteste Rommé-Mitspielerin,

ist unsere temperamentvollste Siegerin.

Wir Stammgäste lassen uns den Spielenachmittag nicht entgehen,

er bleibt fest in unseren Terminkalendern stehen.

Der Spielenachmittag könnte von unseren Mitbürgern noch mehr in Anspruch genommen werden,

das kann sich also noch ändern und besser werden.

Das Weiterbestehen dieser Einrichtung hängt viel davon ab,

wie wir dieses Haus annehmen und bringen es auf Trab.

Wir Stammgäste sind dazu bereit.

Wir hoffen aber auch, dass noch Andere sich nehmen diese Zeit.

Unsere Akademie ist das Mädchen für alles in Punkto Kommunikation.

Das liegt ganz besonders an den guten Händen der Organisation.

Unser Motto heißt: Singen, Spielen, Tanzen und Lachen,

und andern Menschen Freude machen!

Internet – Cafè (Gerhard Lenssen / Kursleiter)

Das einzige Internet-Café in Bernkastel-Kues hat schon seit Jahren in der Akademie Kues seine Heimat gefunden.

Immer am zwei­ten Diens­tag im Monat treffen sich zu diesem Jeder­frau und Jeder­mann jeden Al­ters offen ste­henden Kreis an die acht bis zwölf Internet­interessierte. Meist geht es damit los, dass Fragen zur Internetnut­zung, die der Eine oder Andere auf dem Herzen hat, behandelt und womöglich auch gelöst werden.  

Unterbrochen selbstverständlich von einer Kaffeepause werden dann gemein­sam, immer begleitet von munteren Reden, die nie endenden Neuigkeiten aus der Internetwelt erkundet. Alle können dabei bequem über den Desktop auf der Leinwand verfolgen, was immer auch eine(r) aus der Runde gerade ablaufen lässt. Manche sitzen nur beobachtend dabei, andere versuchen selbst zu „surfen“. Keiner wird gedrängt, aber jeder, ob zum ersten Mal dabei oder „Wiederholungs­-Täter“, wird je nach Temperament oder Laune freundlich in der kleinen Gemeinschaft angenommen und soll sich so wohl fühlen, damit er beim nächsten Mal wieder dabei ist. 

Senioren und Computer (Ernst Langensiepen / Kursleiter)

Wer heute am Computer vorbeigeht, läuft Gefahr, auf die aktive Teilnahme an einem Teil unseres alltäglichen Lebens zu verzichten. Die Akademie Kues bietet deshalb Senioren die Möglichkeit, die Grundbegriffe und ersten Schritte im Umgang mit diesem Lebensbereich kennen zu lernen. Außerdem besteht die Möglich­keit, aktuell in diesem Zusammenhang auftretende Fragen in einem PC-Treff zu klären. Besonders berück­sichtigt wird hierbei die Kom­munikation mit anderen Menschen über Brief, E-Mail oder Internet-Chat, sowie die Gewinnung von Informationen durch das Internet. Für diese Arbeit steht eine moderne PC-Ausstattung für mehrere Teilnehmer zur Verfügung. Die Teil­nahme mit eigenem Laptop ist möglich. Das Echo auf die in den vergangenen Jahren durchgeführten Kurse kann durch­aus positiv gesehen werden.

 

 

 

 

 

Zum Lernen ist es nie zu spät, 

Wird gut gelehrt, es auch gerät, 

Dass ältere Menschen sich drauf freuen, 

Ganz ohne Furcht vor Fremdem, Neuem! 

Der Computer, einst mal Feind 

Ist mittlerweile unser Freund. 

Dem Mann, der Freude macht aus Plagen, 

Dem wollen wir heute Danke sagen. 

Dies tun wir, wie sollt’s anders sein, 

Mit einem Präsent aus Moselwein!

 

Die dankbaren Schüler

 des Computer Grund- und Aufbaukurses

an ihren Kursleiter

Die Akademie Kues im Internet (Dr. Gerhard Schmahl / Webmaster)

Seit Jahren präsentiert sich die Akademie Kues auch im World Wide Web unter der Adresse www.akademie-kues.de. Per E-Mail sind Büro akademie(at)akademie-kues(punkt)de und Lei­tung der Akademie t.spies(at)akademie-kues(punkt)de zu erreichen.

Von der Startseite (Homepage) aus gelangen Sie zu den Rubriken Wir über uns, Aktuelles,Veranstaltungen und Publikationen. Das Veranstaltungsprogramm liegt einmal komplett als Halbjahresprogramm vor, zum anderen werden in einer monatlichen Vorschau die nächsten Veranstaltungen angekündigt, wobei das Büro der Akademie auch Korrekturen wie Terminverschie­bungen möglichst tagesaktuell vornimmt.

Unter Wir über uns finden Sie Organisatorisches zum Haus und zum Freundeskreis. Sind Sie noch kein Mitglied, laden Sie sich einfach ein Beitrittsformular vom Server herunter. Aktuelles enthält unter anderem auch Hinweise zu Vernissagen sowie Photoserien von Exkursionen. Die Haus­postille „Unsere Zeitung“ ist unterPublikationen als druckfertige Datei im PDF-Format abrufbar. 

Die Akademie Kues im Internet will neben den persönlichen Begegnungen ihrer Freunde und Gäste im Hause die Kom­munikation regional und international unterstützen.